Von Fabian Eickels und Lukas vor dem Esche

Es gäbe wahrscheinlich viele Umschreibungen, Metaphern, Allegorien und Vergleiche, die man auf das gestrige Spiel gegen den Tabellenzehnten aus Kempen anwenden könnte. Letztendlich fehlt dafür aber die Motivation. Deswegen halten wir es ganz simpel und sprechen einfach von einer Katastrophe. So beschrieb es auch Norbert Borgmann nach dem Spiel. Er konnte es einfach nicht fassen, dass man sich von so einem Gegner so abkochen lassen konnte. Aber alles auf Anfang.

Personell waren wir gut besetzt, mussten nur in er Defensive Yves Nolte ersetzten. Im Spiel nach vorne waren wir gut aufgestellt und zeigten uns vor dem Spiel durchaus selbstbewusst. Dies sollte sich aber relativ schnell erledigen, erwischten wir einen unglaublich schlechten Start. Kempen nutzte unsere Lücken und wir produzierten haarsträubende Pass- und Fangfehler. Ein ernüchterndes 7:2 war die Folge. Doch nichts, was Norbert Borgmann versuchte, trug auch nur irgendwie Früchte. Beim 11:5 zog er die Notbremse und nahm früh das erste Time-Out. Menschen mit einer ausgeprägten Phonophobie wussten gleich, dass sie dem Trainer da auf Abstand gehen mussten. Man könnte auch von einem gepflegten Einlauf sprechen, der uns da präsentiert wurde. Zwar änderte das nicht viel an unserem Spielerischen, jedoch zeigten wir endlich mal Kampf und konnten streckenweise auf drei Tore herankommen (15:12). Stanislav Meschkorudni ging in dieser Phase voran und versuchte den Schaden in Grenzen zu halten.  Zur Halbzeit lagen wir dann mit 18:14 hinten. Nach letzter Woche kein Grund zur Panik.

Und vielleicht war das genau das Problem. Zwar gab Norbert Borgmann natürlich die richtigen Maßgaben vor und stellte uns auf einen großen Kampf ein. Leider kam das wohl bei vielen nicht richtig an. Vielmehr herrschte die Meinung: „Das schaffen wir schon noch. Gegen Straelen hat das ja auch noch gereicht und da lagen wir mit Fünf zurück.“ Wir verließen uns also irgendwie auf den gewohnten Lauf der Dinge. Dieser Hochmut sollte uns dann zum Verhängnis werden.

Die zweite Halbzeit war dann ein Spiegel der ersten. Insgesamt zeigten wir auch hier auf der einen Seite wieder fünf gute Minuten. Auf der anderen Seite zeigten wir aber auch wieder 25 Minuten, die es nicht einmal in den Director’s Cut von Rocky V geschafft hätten. Vielmehr gibt es dazu nicht zu sagen. Dass wir an einem guten Tag die bessere Mannschaft sind und Kempen schlagen müssen, war allen klar, dass uns Kempen aber so sehr aus der eigenen Halle fegt, war ein Armutszeugnis für einen gebrauchten Samstag. Demnach lohnt es auch nicht, nach besonders schönen Toren oder nach dem besten Spieler zu suchen. Beides konnte man einfach nicht finden. So ging das Spiel am Ende völlig zu Recht mit 31:23 an Kempen.

Ärgerlich war dies besonders für die mitgereisten Zuschauer. So ließ eine hier nicht näher genannte Spielerfrau ihrem Frust freien Lauf: „Brauchen wir nicht drüber reden. Hat sich nicht gelohnt mitzufahren!“ Die gesamte Mannschaft entschuldigt sich bei den mitgereisten Zuschauern und übernimmt für diese die Kosten des nächsten Heimbesuchs, inklusive eines Freigetränks und einer Packung Prinzen-Rolle.

Völlig zu Recht wird die nächste Trainingswoche eine unangenehme. Hier heißt es, dem Trainer zu zeigen, dass wir in den letzten Spielen noch einmal alles geben wollen. Am nächsten Samstag, 08.04.2017, um 20 Uhr ist dann der Tabellenprimus aus Tönis zu Gast. Hier haben wir aus dem Hinspiel noch einiges gut zu machen. Trotz des schlechten Spiels in Kempen, hoffen wir weiter auf die Unterstützung unserer treuen Fans.