Von Fabian Eickels und Lukas vor dem Esche

Nachdem wir in der letzten Woche noch einen Last-Minute-Sieg gegen den Rheydter SV einfahren konnten, mussten wir an diesem Wochenende eine knappe Niederlage in der Meerbuscher Provinz einstecken. Die Zuschauer sahen ein aufregendes und spannendes Spiel, welches besonders von der schwachen Defensivperformance beider Mannschaften geprägt war. Kadertechnisch mussten wir ein bisschen umbauen. So rückte Andreas Heppner für den gesperrten Tobias Kremer an den Kreis und den etwas angeschlagenen Fabian Eickels ersetzte Cedric Borgmann.

Philipp Schaffrath zeigte sich wieder einmal hellseherisch, indem er schon vor dem Spiel auf die frühe Anwurfzeit (17:45 Uhr) deutete: „Es ist noch viel zu früh, um Handball zu spielen“. Genauso traten wir dann auch zu Beginn des Spiels auf. Unsicherheiten und eine allzu freundliche Begleitung der Angreifer sorgten für einen desaströsen 11:4-Zwischenstand. Sollte etwa ein erneutes Debakel wie schon in Straelen folgen? Nein, denn glücklicherweise fanden wir nach der nötigen Auszeit endlich ins Spiel und drehten den Spieß um. Nun war Lank völlig von der Rolle und lief ins offene Messer. Nach etwa 20 Minuten konnten wir den ersehnten Ausgleich erzielen und stellten das Spiel auf „Null“. Entscheidende Faktoren in der Aufholjagd war neben dem eigewechselten Lukas vor dem Esche im Tor auch Körperwunder Cedric Borgmann, der gehörig aufdrehte.

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Die folgenden Minuten waren dann reines Tohuwabohu. Frei nach dem Motte „Jeder Wurf ein Treffer“ rannten die Mannschaften von Anwurf zu Anwurf und schienen sich zu überschlagen. Beim 20:19 zur Pause waren die Zuschauer sichtlich erleichtert einmal durchatmen zu können. Einzig Justus Schaffrath ließ die heiße Atmosphäre des Spiels völlig kalt. Er wärmte seine nicht spielbereiten Hände dreißig Minuten lang unter den Achseln. Ein Lifehack sozusagen.

Eine verrückte erste Halbzeit musste also aufbereitet werden. Norbert Borgmann stützte sich in seiner Ansprache besonders auf die positiven Aspekte. So lobte er unsere kämpferische Einstellung und unseren Offensivdrang. Für die zweite Halbzeit forderte er trotz offensiver Power die nötige Ruhe, um in den entscheidenden Situationen die Übersicht zu behalten. Dass sich ein Krimi entwickeln sollte, war zu diesem Zeitpunkt schon relativ klar. Als erstes kleines Ziel wurde ausgegeben, die erste Führung zu erspielen, um sich einen psychologischen Vorteil zu verschaffen.

Da hatten wir die Rechnung aber erst einmal ohne Treudeutsch Lank gemacht, die weiter munter drauflos spielten und ihre Führung wacker verteidigten. Über 25:23 konnten sie bis zum 28:27 weiterhin in Front bleiben. Erst jetzt schien das Pendel langsam in unsere Richtung auszuschlagen. Durch zwei schnelle Tore von Mike Borgmann, der einmal von Links- und einmal von Rechtsaußen die Rasierklinge auspackte, gingen wir schließlich in Führung und hatten sogar die Chance davonzuziehen. Leider agierten wir in der Folge viel zu hektisch. Zudem zeigte auch Lank große Nehmerqualitäten und ließ sich nicht abschütteln. Gerade Alexander Görtz fand immer wieder den Weg durch unsere Defensive.

In den letzten Minuten fehlte uns irgendwie die nötige Kaltschnäuzigkeit und man hatte das Gefühl, als wäre ein Sieg nach letzter Woche irgendwie gegen die Handballgesetze. Lank führte einfach viel zu lange, um am Ende nicht als Sieger vom Platz zu gehen. So konnten wir unseren letzten Angriff nicht erfolgreich abschließen und verloren letztlich mit 36:35. Ein durchaus verdienter Sieg für Lank, auch wenn wir gerne ein oder zwei Punkte mitgenommen hätten. In der abschließenden Ansprache von Norbert Borgmann sprach er von einer „Kopf-Hoch-Niederlage“. Wir lieferten über 60 Minuten einen großen Fight und zeigten noch einmal, warum wir in die Landesliga gehören.

Wieder einmal zeigte der Trainer eine völlig fehlende Entscheidungskompetenz. Denn schon wieder nominierte er zwei Spieler als Men of the Match. Yves Nolte zeigte ein astreines Spiel und war besonders vom Siebenmeterpunkt eine Bank. Aber auch Cedric Borgmann nutzte seine Chance und zeigte ein zweitweise begeisterndes Offensivspiel.Ced+Yves

Auf der Torwartposition konnte zudem Lukas vor dem Esche einen guten Eindruck hinterlassen. Kalt reingeworfen hielt er 36% aller Bälle und war besonders in der Aufholjagd ein wichtiger Faktor.

Das schönste Tor des Tages, oder besser gesagt Andis Goldstück, kam diese Woche von Jannik Schmitt.

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Endlich mit etwas Spielzeit ausgestattet kam er in einem seiner ersten Angriffe sofort zu einem besonders schönen Torerfolg. Objektiv gesehen war die Situation am Kreis schon gelaufen, wurde er doch von seinem Gegenspieler schon festgemacht. Jedoch wand er sich sehenswert aus der Situation und erzielte den schönsten Treffer des Tages.

Die Hinrunde ist nun beendet. Letztendlich positionieren wir uns mit 14:10 Punkten auf dem sechsten Platz und liegen punktgleich hinter Treudeutsch Lank. Wir können damit von einer sehr gelungenen Hinrunde sprechen, auch wenn man sieht, dass es in jedem Spiel 100% braucht, um punkten zu können. Es liegt nun an uns, die Rückrunde wieder unbelastet anzugehen. Denn nun kennen uns die Gegner und werden auf unsere Spielweise besser reagieren können als noch zuvor. Dies werden wir wahrscheinlich schon nächste Woche zu spüren bekommen, wenn wir gegen den Tabellenzweiten aus Schwafheim ran müssen. Die haben noch eine Rechnung offen, fegten wir sie im Eröffnungsspiel regelrecht aus der Halle. Anpfiff ist am Samstag, den 28.01.2017 um 19 Uhr in der Sporthalle Pattberg in Moers.