von Fabian Eickels und Lukas vor dem Esche

Über unsere Mannschaft wurde schon viel gesprochen. Auf die Frage, was unsere Stärken seien, hört man dann oft, dass wir immer voll auf das Tempo drücken und großen Kampf an den Tag legen. Doch was passiert, wenn diese beiden Faktoren völlig wegfallen. Diesem Szenario hat sich die Galileo-Redaktion unter der Leitung von Harro Füllgrabe einmal genähert und Erschreckendes festgestellt. Es geht überhaupt gar nichts! Zuvor hatte es immer äußerst knappe Spiele gegen den Rheydter SV gegeben. Im Hinspiel hatten wir das Glück noch auf unserer Seite. Doch gestern wäre eher ein Fall für Galileo Mystery gewesen.

Wie so häufig verschliefen wir, so würde es zumindest der Kenner Ben Hellmich formulieren, den Start. 4:1 legte Rheydt vor und wirkte euphorisiert. Wer uns kennt weiß, dass dies erst mal kein Problem ist. Erst letzte Woche legten wir nach schlechtem Start los wie die Feuerwehr. Doch gestern wollte es bei keinem so richtig zünden. Es ist halt schwer ein Tor zu erzielen, wenn man immer mitten auf den Torwart wirft. Glücklicherweise erzielte Andreas Heppner seine drei Tore direkt zu Beginn, sodass wir auf 4:3 verkürzen konnten. Aber das war es dann auch schon mit unserer Gegenwehr. Ein bisschen so wie ein Drittklässler, der in der Pause getreten wurde und nun an die Tafel muss. Kein leichtes Unterfangen.

Rheydt spielte groß auf und spazierte durch unsere Abwehr wie Luft durch einen offenen Hosenschlitz. Über 10:5 zogen sie auf 13:7 davon. Die Abwehr an sich war aber gar nicht das große Problem. Vielmehr warfen wir Bälle weg wie Felix Baumgartner Frauen und luden Rheydt zu einem gemütlichen Plausch in unsere Hälfte ein. Nur wenige Spieler stemmten sich gegen die drohende Niederlage. Sebastian Wienen übernahm Verantwortung du warf sich nach jedem Ball. Er war auch dafür verantwortlich dafür, dass es zur Halbzeit nur 17:10 stand.

Norbert Borgmann konnte sich trotz des Pausenbieres von diesem Tiefschlag der ersten Hälfte nur schwer erholen. „Ihr spielt scheiße! Würde ich euch sagen ‚Geht in 50 Metern links‘, würdet ihr wahrscheinlich rechts gehen. Zeigt doch endlich mal, was ihr könnt“. Doch so komatös wie wir spielten, nutzten auch diese Worte nichts mehr. Es war wie verhext.

In der zweiten Hälfte schafften wir es dann tatsächlich noch schlechter zu spielen. Exemplarisch dafür stand dann ein Angriff in der 38. Minute. Aus Angst einen Fehler zu machen passten wir uns den Ball auf zwölf Metern zu. Ergebnis war ein Wurf aus zehn Metern, den der Torwart, sein Lachen verbergend, kurzerhand fing. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel mit 26:15 für Rheydt schon längst entschieden. Am Ende ging es nur noch darum zu verhindern, dass Rheydt doppelt so viele Tore hatte wie wir. Immerhin eine Sache, die wir schafften. Die 36:20-Niederlage geht letztlich auch in der Höhe völlig in Ordnung. Da waren sich alle einig.

Der Man of the Match ist dann recht einfach zu bestimmen. Sebastian Wienen machte jetzt auch nicht unbedingt ein riesen Spiel, aber zeigte eine durchweg engagierte Leistung und war, im Gegensatz zu vielen Mannschaftskollegen, stets bereit alles zu geben. An Andis Goldstück kann sich die Redaktion aufgrund eines Kopftreffers nicht mehr erinnern. Aber glauben sie uns. Sie haben nichts verpasst.

 

Nächste Woche beschließen wir dann die diesjährige Landesligasaison. Mit Fabian Eickels und Tobias Kremer verabschieden sich nach Yves Nolte  zwei weitere Spieler vom aktiven Handballgeschehen. Weniger als eine Last-Match-Performance à la Kobe Bryant wäre dabei eine herbe Enttäuschung. Für alle Bibifans und Slimani-Follower – hier der Link: https://www.youtube.com/watch?v=GCJM2p9WF94&t=554s. Um 20 Uhr ist Anpfiff gegen Treudeutsch Lank. Also kommt alle rum!