Von Fabian Eickels und Lukas vor dem Esche

Ganz in der Tradition von Charakteren wie Dr. Jekyll und Mr. Hide, Two-Face aus dem DC-Universum oder dem Phantom aus „Phantom der Oper“, zeigten wir im gestrigen Landesligaknaller zwei Gesichter. Nach dem desaströsen Hinspiel hatten wir viel wieder gut zu machen. Auch stand die Verteidigung des vierten Tabellenplatzes auf der Tagesordnung. Personell mussten wir nur auf Justus Schaffrath verzichten. Dieser hatte wohl nach letzter Woche zu wenig Likes bekommen und konnte seine Verletzung so nicht rechtzeitig auskurieren.

Leider konnte Straelen in der Anfangsphase an das Hinspiel anknüpfen und nahm uns quasi auseinander. Mit 1:5 waren die Weichen auf eine Niederlage gestellt. Erst jetzt wachten wir auf und schlossen schöne Kombinationen erfolgreich ab. Mit 5:6 waren wir nun endlich im Spiel. Wären die vielen individuellen Fehler nicht gewesen, wäre das Spiel in der Folge auch knapp geblieben. Jedoch reihte sich Fehler an Fehler und Straelen zog auf 7:12 weg. Auf der Bank sprach man schon von einem komischen Spiel. Es fehlte etwas die Körpersprache und Fehler des Gegners wurden durch überhastetes Spiel nicht genutzt. So war es klar, dass Straelen mit 13:18 in die Pause ging.

Beim Pausenbier herrschte dennoch Aufbruchsstimmung. Denn wir waren keineswegs viel schlechter als der Gegner. Vielmehr konnte der Grund für den Rückstand auf drei simple Ursachen heruntergebrochen werden. Zum einen hatten nahmen die Fangfehler ein nicht mehr zu akzeptierendes Maß an. Zudem stand die offensive Abwehr extrem wackelig und gewährte dem Gegner viel Raum. Am Ende waren dann unsere Torhüter die Dummen. Freie Bälle ließen ihnen oft wenige Chancen zu Paraden. Doch Norbert Borgmann war trotzdem optimistisch. Denn erstens sind fünf Tore nicht viel und außerdem  waren wir ganz alleine Schuld am Rückstand. Letztlich schwörte er uns noch einmal auf die zweite Halbzeit ein. Hier sollten wir unsere große Stärke, den Kampf, noch einmal ausspielen. Außerdem stellte er die Abwehr um und sorgte so für den nötigen Kniff im Spiel.

Oft sind Veränderungen im Spiel schwer zu erklären. Wie kommt es, dass eine Mannschaft einen Katastrophenhandball spielt und auf einmal ein völlig anderes Gesicht zeigt. Bei unserer Mannschaft ist die Einstellung wohl ein entscheidender Faktor. Nach dem Dämpfer (13:19) zu Beginn legten wir einen Lauf hin, der Straelen keinen Platz mehr zur Entfaltung ließ. Über sichere Abschlüsse bei den Siebenmetern, warf uns Andreas Heppner zum umjubelten 21:21.

Und auch Henrik Bürger im Tor, der in der ersten Halbzeit noch einem süßen Glumanda glich, entwickelte sich im Spielverlauf zu einem furchteinflößenden Glurak und hielt Ball um Ball. Doch auch Straelen gab das Spiel noch nicht verloren. Für kurze Zeit hatten sie wieder die Oberhand im Spiel und gingen kurz vor Schluss mit 22:24 in Führung.  In den letzten drei Minuten zeigten wir dann die wahrscheinlich beste Defensivleistung in der Saison und hielten Straelen weit vom Tor weg. Vorne konnten wir durch klasse Einzelleistungen von Yves Nolte und Stanislav Meschkorudni zu Toren kommen und glichen das Spiel 90 Sekunden vor Schluss aus.

 

Der folgende Angriff war für einen Spieler dann ein ganz besonderer. Sebastian Wienen, im Verlauf der Saison nicht mit viel Spielzeit gesegnet, bekam in der Schlussphase das Vertrauen des Trainers. Einen gefährlich gespielten Pass bekam er unter höchstem Druck zu fassen und schloss sicher ab. Somit sicherte er zumindest mal das Unentschieden und sollte am Ende einer der umjubelten Helden sein. Straelen konnte den nächsten Angriff nicht erfolgreich abschließen und so bot sich die Chance den Sack zuzumachen. 26 Sekunden vor Schluss nahm Norbert Borgmann die so wichtige und im Endeffekt urkomische Auszeit. Nachdem alle durcheinander sprachen, sorgte Yves Nolte für Ruhe und sprach seine, in die Annalen des ASVs eingehenden, Worte: „Wir machen das ganz einfach. Ihr gebt mir den Ball, ich geh in die Abwehr, die packen mich nicht an, ich mach das Ding rein und bin der Held. Ende!“ Klar, dass die Mannschaft dem Oldtimer glaubte. Der Ball ging zu ihm, er ging in die Abwehr und produzierte prompt ein Stürmerfoul. Was für 1 Hochstapler, vong sein Aussage her!

Henrik Bürger hielt dann zum Glück den letzten Ball und wir konnten mit der Schlusssirene das 26:24 erzielen. Henrik Bürger war es auch, der das Spiel im Laufe der zweiten Halbzeit für uns entschied. Mit einer Quote jenseits der 50% war er der einzige, der Man of the Match werden konnte. Bei der Wahl zu Andis Goldstück muss sich die Redaktion ausnahmsweise selbst mal erwähnen. Fabian Eickels sprang von Rechtsaußen in den Kreis, wurde am Arm gezogen und drehte sich vom Tor weg. Mit einem Rückhandwurf traf er im Fallen. „Und das in [seinem] Alter“ (Dominic Farin). Einen super Eindruck hinterließen auch Andreas Heppner mit seinen Siebenmetern und Philipp Schaffrath, der gerade im Umschaltspiel für Furore sorgte. Am Ende steht ein Sieg gegen einen starken Gegner. Dass das Spiel auch ganz anders hätte ausgehen können, war nach dem Halbzeitergebnis sowieso klar.

Nächste Woche geht es dann zum VT Kempen. Hier heißt es, den nächsten Sieg einzufahren. Anpfiff ist am 01.04.2017 um 17:15 Uhr. Wir freuen uns wie immer über jegliche Unterstützung. Beten ist auch erlaubt. Besser wäre es jedoch, einfach mitzufahren.