Von Fabian Eickels und Lukas vor dem Esche

Yves Nolte hatte, trotz des abgesagten Spiels letzte Woche, zumindest seine Auswärtsschuhe an den Nagel gehängt. Nur noch im nächsten Spiel wird er noch einmal mit von der Partie sein. Insofern mussten wir an zentralen Stellen im Angriff und in der Abwehr Umbaumaßnahmen einleiten. Ansonsten war der Kader gut gefüllt und auch Mike Borgmann war nach Verletzungspause wieder mit von der Partie. Biesel hatte, das Spiel gegen den Tabellenprimus St. Tönis mal ausgenommen, eine beeindruckende Siegesserie hinter sich und hatte sich bis auf Platz Drei vorgearbeitet.

Insofern war Biesel auf dem Papier der Favorit auf den Sieg, unabhängig davon, dass wir sie im Hinspiel in die Schranken weisen konnten. Wir kamen durchaus solide ins Spiel und konnten die Anfangsphase noch ausgeglichen gestalten (3:3). Jedoch sah man auch hier schon, dass wir durch die Umstellungen verunsichert waren. Während Biesel spielerisch zu Toren kann, erzielten wir unsere Tore aus Zufallskombinationen oder Strafwürfen. Diese spielerische Überlegenheit nutzte Biesel aus und zog auf 6:3 davon. In der Folge kamen wir dann besser ins Spiel und konnten das Spiel beim 7:7 wieder ausgleichen.

Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, in dem wir zeitweise sogar die Überhand hatten. Beim Stand von 10:11 verballerten wir leider Chance um Chance und konnten uns kein Polster erarbeiten. Biesel, hingegen, nutzte unsere Fehler in der Defensive konsequent aus und legte zur Pause ein für sie beruhigendes 16:13 vor. Aus unserer Sicht hätte das nicht sein müssen, denn unterlegen waren wir nicht unbedingt.

Auch Norbert Borgmann stieß in die gleiche Kerbe. Wenn wir unsere Chancen konsequenter nutzen würden, ginge hier noch etwas. Viel zu oft verließen wir uns auf unseren Spielmacher Stanislav Meschkorudni. Zwar spielte er eine richtig gute Partie in der ersten Halbzeit, jedoch war er oft alleine auf weiter Flur. Da muss von seinen Mitstreitern mehr kommen. Doch auch die Defensive ließ noch Raum für Verbesserungen. Oft agierten wir zu passiv. Exemplarisch dafür stehen einige Szenen, in denen wir die Chance hatten, den Ball abzufangen. Doch wie so oft kamen wir einen Schritt zu spät und Biesel nutzte die entstandenen Lücken.

Bevor sich bei uns so etwas wie Hoffnung breit machen konnte, machte Biesel ganz früh in der zweiten Halbzeit den Deckel auf das Spiel. 22:15 hieß das Zwischenergebnis nach 40 Minuten und stellte uns vor eine schier unlösbare Aufgabe. Wer jetzt denkt, dass die Luft aus dem Spiel schon raus war, der hat nur rudimentäre physikalische Kenntnisse. Denn auch wir verbesserten unser Spiel und wirkten nun zielstrebiger. So kam noch einmal Spannung auf als wir von 29:22 auf 29:25 verkürzten. Diese Serie schien Biesel zu beeindrucken und ihr Offensivbollwerk bröckelte. Aber um das Spiel noch einmal auszugleichen fehlte uns gestern einfach die Konstanz.

Biesel fand genau rechtzeitig das Gaspedal und erzielte einfache Tore. Letztlich hatten wir nach der zweiten Halbzeit gestern nicht viel zu melden. Biesel war durch ihre letzten Spiele einfach viel gefestigter und ließ sich nicht aus der Fassung bringen. So ging das Spiel verdient mit 33:27 an Biesel. Für uns ist die Niederlage zwar ärgerlich aber noch längst kein Beinbruch, da wir mit 20 Punkten gut dastehen.

Es gab also viel Schatten, jedoch auch einige Lichtblicke. So zeigte sich Langarmträger Justus Schaffrath wieder mal in alter Form und wirbelte vorne in seiner Einsatzzeit. Höhepunkt war sein zweiter Treffer, bei dem er allen physikalischen Gesetzen trotzte und förmlich um seinen Gegner herumwirbelte und sehenswert abschloss. Klar, dass dieser Treffer Andreas Heppner begeisterte und er es im Reflexionsgespräch zu Andis Goldstück machte. Leider verletzte er sich bei eben dieser Aktion. Ein „Like“ bei Facebook steht für ein „Gute Besserung“. Wer den Beitrag dann noch teilt, nimmt aktiv am Heilungsprozess teil. Hierfür muss der Beitrag aber 20-mal geteilt werden. Die Redaktion drückt die Daumen. Großer Ankerpunkt war natürlich auch Stanislav Meschkorudni, der uns in der ersten Hälfte fast alleine im Spiel hielt. Wieder einmal verkörperte er die geballte Spielfreude. Für Norbert Borgmann war er damit selbstverständlich der Man of the Match.

In der nächsten Woche kommt es zu einem ganz besonderen Schmankerl. Gegen Straelen gerieten wir in der Hinrunde gehörig unter die Räder. Mal sehen, ob wir den Spieß dieses Mal umdrehen können. An dieser Stelle erfolgt wieder einmal der Hinweis auf das letzte Spiel des Helden unserer Kindheit Yves Nolte. Jetzt soll es aber wirklich das letzte Spiel sein. Wer es glaubt!