Von Fabian Eickels und Lukas vor dem Esche

Von einigen Spielern als das wichtigste Spiel der Rückrunde tituliert, standen wir im gestrigen Spiel gegen den ASV Süchteln gehörig unter Druck. Mit 14 Punkten war die Tabellensituation zwar durchaus beruhigend, aber die Mannschaften aus der Gefahrenzone kamen in letzter Zeit vermehrt zu Punkten. „Sich Luft nach unten verschaffen“ war also die Hauptaufgabe gegen einen ambitionierten Gegner aus Süchteln. Nach spielerisch eher mauer Kunst musste endlich mal wieder ein Ruck durch die Mannschaft gehen.

Dies versuchten wir von Anfang an umzusetzen und agierten vor allem in der Defensive in unserer gewohnt aggressiven Manier. Schon im Hinspiel konnten wir Süchteln so den Zahn ziehen. Doch Süchteln schien besser vorbereitet und hatte keineswegs die Flatter. Zwar erarbeiteten wir uns eine 6:4-Führung, doch wusste Süchteln immer wieder zurückzuschlagen. Trotz starker Leistungen von Yves Nolte und Cedric Borgmann gestaltete sich die Anfangsphase demnach ausgeglichen. Einfache Fehler und eine dürftige Torwartleistung resultierten in einem 11:11 nach 20 Minuten. Angeführt vom starken Marcel Schoeppe wendete sich das Blatt zu Gunsten von Süchteln. Er war als Spielmacher der entscheidende Faktor im Süchtelner Spiel. Zudem schien uns im Angriff ein wenig die Power zu fehlen, die wir in der Defensive ausstrahlten. Mit dem Halbzeitpfiff schloss Süchteln noch zum 14:15 ab und ergatterte so das Momentum.

Beim Pausenbier war unser Sensei Norbert Borgmann sichtlich zwiegespalten. Mit der Defensive konnte er in weiten Teilen zufrieden sein. Doch der Angriff machte ihm am meisten Sorgen. Hier gingen wir oft viel zu harmlos und uninspiriert zu Werke. Ein weiterer Appell richtete sich an die Torhüter, die mehr Präsenz und vor allem mehr Präzision in ihren Abwürfen zeigen sollten; ein altes Lied, welches in Rurtal gerne gespielt wird. Ansonsten war in der zweiten Halbzeit alles drin. Also, kein Grund zur Panik. Einziger Wermutstropfen war der kurzzeitige Ausfall von Yves Nolte, der seinem Alter Tribut zollen musste und sich in der Halbzeit mit Krämpfen plagte. Die blutige Nase kam ihm dann im zweiten Spielabschnitt sehr gelegen, konnte er sich dadurch doch eine kleine Pause gönnen. Aber Spaß beiseite: Chapeau, vor solch einer Hartnäckigkeit!

Im zweiten Spielabschnitt hatte man nun das Gefühl, Süchteln hätte unser Spiel gelesen und wüsste genau, was zu tun war. Hilflos sahen wir zu, wie sich die zwei Punkte verabschiedeten. Mit 17:21 gingen wir aus den ersten Minuten als der klare Verlierer hervor. Aber genau jetzt zündeten wir unsere stärkste Waffe. Und NEIN, Philipp Schaffrath,  damit ist nicht die Leistung in der Pilsstube nach dem Spiel gemeint. Vielmehr kämpften wir nun und zeigten mannschaftliche Geschlossenheit. Da war es nicht so sehr entscheidend, dass Süchteln offensiv den besseren Eindruck machte. Wir erkämpften uns in der Abwehr einige Bälle und konnten endlich mal wieder ein paar Tempogegenstöße laufen. Nach langem Kampf gelang uns mit dem Treffer zum 27:27 endlich der Ausgleich. Das Spiel war auf Null gestellt und nun alles möglich.

In einer spannenden Schlussphase spürte man irgendwie, dass für Süchteln nicht mehr als ein Punkt drin gewesen wäre. Endlich funktionierte unser Torwartspiel und  auch auf unser Offensivspiel war wieder Verlass. Das Spiel konnten wir am Schluss aus drei Gründen für uns entscheiden. Zunächst einmal war der Treffer vom Ballvirtuosen Karl Tetz zum 30:29 ganz entscheidend. Darüber hinaus lief Ben Hellmich einem Abpraller nach einem Fehlwurf unsererseits entgegen und sicherte so den erneuten Ballbesitz. Ein Klassetyp! Hierdurch hatte Süchteln nur noch wenig Zeit, um den Ausgleich zu erzielen. Schlussendlich hielt das Haarwunder Henrik Bürger dann den entscheidenden Ball und sicherte somit den umjubelten Sieg.

Wir zeigten gestern sicher nicht unsere beste Leistung, doch hatten wir es auch mit einem bärenstarken Gegner zu tun, der uns alles abverlangte. So hätte der Sieg auch durchaus an Süchteln gehen können. In der Schlussphase hatten wir am Ende einfach das zuvor erwähnte Momentum auf unserer Seite und konnten mit mannschaftlicher Geschlossenheit die Punkte sichern. Kein Wunder also, dass sich Norbert Borgmann bei der Wahl zum Man of the Match für das gesamte Team entschied. Eine unkreative, aber zutreffende Wahl. Andreas Heppner fiel es da schon leichter, Andis Goldstück auszuwählen. Er entschied sich für Mike Borgmanns Tempogegenstoßknaller. Wie so oft lief er die schnelle Mitte und sah sich den Verteidigern gegenüber. Anstatt aber aufzugeben und den geordneten Angriff einzuleiten, zeigte er Eier und feuerte einen Unterhandwurf aus zwölf Metern in die Maschen. „GG Easy“ kommentierte er seine Aktion nach dem Spiel. Was er damit meinte, wird wohl für die Leser über 18 Jahren für immer im Verborgenen bleiben. Die Redaktion bleibt aber dran.

Nächste Woche ist dann Pause. Gut, dass an diesem Wochenende auch sonst nichts ansteht . Dann kann man endlich mal wieder ausspannen. Pflichtspieltechnisch geht es dann am 04.03.2017 weiter. Um 18:30 Uhr geht es dann auswärts zu Germania Oppum.