Von Fabian Eickels, Norbert Borgmann und Lukas vor dem Esche

Samstag,  19:00 Uhr, Anpfiff! Wie schon  letzte Woche eine kritische Uhrzeit für uns, da aus Erfahrung klar ist, dass nicht jeder in unserer Mannschaft so zeitig auf Betriebstemperatur kommt. Wir hatten uns vorgenommen auch ohne Stanislav Meschkorudni eine gute Partie zu machen und den Tabellenzweiten aus dem Moerser Umland gehörig zu ärgern. In den ersten Minuten schien dies auch durchaus gelingen zu können, denn weder ein 4:5 noch ein 7:9 waren aussichtslos oder uneinholbar. Wir waren in Schlagdistanz.

Vor dem Spiel lautete die Anweisung von Norbert Borgmann vor allem einfache Fehler, so genannte „unforced errors“, auf ein Minimum zu beschränken. Doch wir wären nicht Rurtal, wenn wir diese Anweisung gekonnt umgehen würden. Endlich also waren wir in unserem Element und vergaben reihenweise Hundertprozentige, produzierten Fehlpässe  sowie Fangfehler. Garniert wurde diese Leistung mit einigen Lustwürfen, welche in der Handballlinguistik als Rückgaben gelten. Da zudem unser Prunkstück, die normalerweise starke Defensive, sowie  unsere Keeper ein kollektives Nickerchen nahmen, waren sechsTore Rückstand zur Pause eigentlich noch erträglich.

Beim Pausenbier beschlossen wir, wenigstens die zweite Hälfte zu gewinnen und uns achtbar aus der Affäre zu ziehen, doch bis zur 45. Minute baute Schwafheim die Führung auf 25:15 aus. Irgendwie war der Tank leer, das Salz aufgebraucht und der Lieblingsrettich alle. Nix lief mehr und Schwafheim wusste das gekonnt zu nutzen. Entscheidend war hier schon lange nicht mehr, nach den Punkten zu greifen. Die Devise lautete jetzt: Arsch hoch und zeigen, was man kann.

Der Arsch ging hoch und direkt lief das Spiel anders. Wir machten noch einmal Boden gut und zeigten unsere spielerisch gute Seite. Ein jetzt überragender Lukas vor dem Esche ließ seine Klasse aufblitzen und vereitelte einige klare Chancen. Ein Macher, der Lukas. Positiv war auch, dass immerhin noch einige Spieler Landesligaerfahrung sammeln konnten, die bisher wenig Spielzeit bekommen hatten. Zwei Situationen beschreiben unser Spiel gegen Schwafheim  wie der/die/das Nutella auf dem Frühstücksbrot. Bei doppelter Überzahl kriegten wir nix gebacken und begingen sogar ein Stürmerfoul. In doppelter Unterzahl, hingegen, kämpften wir richtig und blieben ohne Gegentor .

Andis Goldstück gelang diese Woche Ben Hellmich, der den Ball auf unnachahmliche Art und Weise im Netz versenkte. Aber diese Wahl von Andreas Heppner sollte man nicht zu ernst nehmen. Ben Hellmich kriegt diese Auszeichnungen ja sowieso nur wegen seines Aussehens. Der Man of the Match war diese Woche Karl Tetz, der durch sein Offensivspiel zu überzeugen wusste. Bedingungsloser Einsatz ist hier das Stichwort. In der Defensive wusste vor allem Cedric Borgmann zu überzeugen.

Zum Spiel selbst zog Norbert Borgmann letztendlich folgendes Fazit: „Wir haben ein Spiel ohne Außen und Kreisläufer gespielt. Das war wenig zielführend. Das Ergebnis geht auch in der Höhe völlig in Ordnung.“ Jetzt gilt es den Blick auf Samstag zu richten. Dann geht es um 20 Uhr in heimischer Halle gegen den Hülser SV.