Von Fabian Eickels und Lukas vor dem Esche

Nachdem es letzte Woche in die Festung der bo-frost Jünger ging, kamen am gestrigen Samstag die Ur-Follower der Prinzen Rolle in die Hölle-West. Mit dem VT Kempen stand uns ein Gegner gegenüber, vor dem Norbert Borgmann in der Trainingswoche intensiv gewarnt hatte. Einerseits steckte ihm noch die Niederlage gegen Straelen in den Knochen, andererseits hatte er den Gegner intensiv beobachtet. Spaß stand im Training also nicht auf der Tagesordnung. Vielmehr feilten wir an unserer Deckung und gaben uns zum wiederholten Male dem Wurftraining hin.

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Kadertechnisch konnten wir das Lazarett etwas lichten und wieder auf Stanislav Meschkorudni und Yves Nolte bauen. Das Spiel selbst begann für uns wie gemalt. Gerade die Defensive machte in den ersten 20 Minuten einen herausragenden Job. Was dem Trainer besonders gefiel, war die aggressive, ballorientierte Arbeit. Zudem schafften wir es auch endlich einmal, dass eine rege Kommunikation unter den Positionen stattfand. Offensiv lief es nicht viel schlechter. Wir kamen zu sicheren Abschlüssen und gingen verdient mit 10:4 in Führung. Dies zeigt mal wieder, wie unberechenbar der Handballsport ist, wenn man bedenkt, dass wir letzte Woche mit 2:10 zurücklagen.

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Wer unser Spiel mittlerweile kennt, weiß schon ganz genau, in welche Richtung sich unser Spiel nun entwickelte. Es ist als hätte unsere Schallplatte einen Sprung. Immer wieder hakt unser Spiel an derselben Stelle. Individuelle Fehler der dümmsten Art ebneten Kempen den Weg zurück ins Spiel und sorgten für einen katastrophalen 12:12-Pausenstand; katastrophal deswegen, weil wir mit weniger Tohuwabohu sicher mit sieben oder acht Toren hätten führen müssen.

Entscheidend war in der Bierprobe zur Pause aber eben genau dieser Gedanke. Wir waren selbst schuld und würden, wenn wir uns wieder stabilisierten, die Punkte in eigener Halle behalten. Norbert Borgmann verwies noch einmal darauf, mehr Zug zum Tor zu entwickeln. So wie Andreas Heppner, der eine bockstarke Partie ablieferte und eine 100%-Quote aufzuweisen hatte. Viel zu oft suchten wir im Tempogegenstoß eher den Pass als den direkten Abschluss. Der verletzte Philipp Schaffrath erweckte noch einmal den Geist der vergangenen Woche: „Wir müssen nur die zweite Halbzeit gewinnen, genau wie letzte Woche“. Norbert Borgmann entgegnete: „Aber bitte nicht nur mit einem Tor!“

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Voller Konzentration ging es aus der Kabine und wir konnten an die Leistung der ersten 20 Minuten anknüpfen. Über 13:14 zogen wir auf 17:14 davon. Alles Paletti also, oder? Naja nicht so ganz. Auch Kempen ist handballerisch eine ganz dufte Truppe und ließ sich noch nicht abschütteln. In die Schlussphase ging es mit einem 20:20. Mancher kokettierte schon mit einem Revival des Spiels gegen Oppum, als wir als bessere Mannschaft das Spiel trotzdem verloren. Jedoch fanden wir rechtzeitig wieder zu alter Stärke und konnten Kempen mit unbändigem Willen in der Abwehr bis zum Schluss auf Abstand halten.

Letztendlich gewannen wir verdient mit 27:24, auch wenn wir das Spiel viel deutlicher hätten gestalten müssen. Deutlich wichtiger sind aber die zwei Punkte. Auch Norbert Borgmann zeigte sich trotz aller Aufregung im Spiel durch den Sieg besänftigt und fand das alles ziemlich knorke. Beim Man of the Match wollte er sich nicht so recht aus der Reserve locken lassen. „Klar, war es gut, dass Stanislav Meschkorudni und Yves Nolte wieder dabei waren. Gerade Stani hat ja auch wichtige Tore gemacht. Und auch Andreas Heppner hat eine bärenstarke Partie gezeigt. Doch im Endeffekt war die Abwehrleistung der entscheidende Faktor. Hier hat jeder eine Topleistung gezeigt. Schnieke war auch die junge Garde mit Cedric Borgmann und Ben Hellmich, die defensiv quasi fehlerfrei spielten.“

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Apropos Ben Hellmich. Er sorgte gestern mit seinem überragenden Treffer aus der schnellen Mitte heraus für Andis Goldstück. Umringt von zwei Gegnern, die ihm u.a. am Hals hingen, ging er zu Boden, schaffte es aber noch auf dem Bauch liegend den Ball aus neun Metern im Tor unterzubringen. Dafür gab es nach dem Spiel ein Extra-Weihnachtsplätzchen von Frau Heppner.

Nächste Woche wartet auf uns eine Herkulesaufgabe. Dann sind wir beim noch verlustpunktfreien Tabellenführer, der Tschft. St. Tönis zu Gast. Hier können wir endlich einmal frei aufspielen und haben nichts zu verlieren. Am Samstag ertönt der Anpfiff um 19 Uhr, in der Corneliusfeldhalle, Corneliusstraße 25, 47918 Tönisvorst.