Von Fabian Eickels und Lukas vor dem Esche

Eine erste Hälfte wie ein Besuch beim Finanzamt, eine zweite Hälfte, die sich sehen lassen konnte und zwei Punkte, die mehr als verdient an Straelen gingen. So einfach ließe sich das gestrige Spiel zusammenfassen. Aber so einfach können wir es uns nicht machen.

Schon unter der Woche war klar, dass wir unsere Startformation gehörig umbauen mussten, würden doch drei Stammkräfte fehlen. Unter dieser Prämisse gab es eigentlich nur eine Vorgabe: Als Team agieren und vollen Einsatz zu zeigen. Hierzu wollte Trainer Norbert Borgmann unser Spiel etwas entschärfen, in dem das Spiel zwischendurch auch mal beruhigt werden sollte und Abschlüsse überlegt gewählt werden sollten. Der Start verunglückte uns dann leider völlig. Nichts von dem, was der Trainer wollte, wurde umgesetzt. Aus fehlender Kreativität folgten immer wieder überhastete Abschlüsse, die Straelen in schnelle Abschlüsse im Tempogegenstoß ummünzte. Straelen schlug uns mit unseren eigenen Waffen. Nach zehn Minuten stand auf der High-Tech-Anzeigetafel ein schockierendes, aber völlig verdientes, 8:2 für Straelen.

norbert

Schon früh musste Norbert Borgmann die Notbremse und ziehen und nahm das fällige Time-Out. Unglücklicherweise waren wir so desillusioniert von der Anfangsphase, dass seine Ansagen nicht zu uns durchdrangen. Besser wurde es also nicht und Straelen legte den Finger immer wieder in die Wunde. Einzig Andreas Heppner und Tobias Kremer sorgten mit ihren Abschlüssen dafür, dass das Ergebnis nicht nach A-Jugend gegen F-Jugend aussah. Auch Ben Hellmich war ein Lichtblick und erzielte seine ersten drei Tore in der Landesliga. Über 17:6 zogen sie immer weiter davon und entschieden das Spiel bis zum Pausenbier endgültig.

Ben

Die Stimmung in der Kabine glich einer heruntergefallenen  Printe auf dem Aachener Weihnachtsmarkt. So richtig wollte keiner das Geschehene akzeptieren. Und so zeigte die Mannschaft gerade in dieser Phase großen Charakter. Anstatt sich gegenseitig niederzumachen, wurden die Fehler aufgezeigt und Lösungen erstellt. Auch Norbert Borgmann agierte enorm sensibel und gab nur das Ziel aus, die zweite Halbzeit zu gewinnen. Ihm war auch bewusst, dass zwölf Tore Abstand nicht mehr aufzuholen waren.

Im zweiten Spielabschnitt zeigten wir ein völlig anderes Gesicht. Jetzt stimmte die Aggressivität, die unsere Defensive so vermissen ließ und auch im Angriff kamen wir zu einfacheren Abschlüssen. Schon nach wenigen Augenblicken verkürzten wir auf 24:15. Ob jemand noch Morgenluft witterte sei einmal dahingestellt. Wichtig war einfach, dass wir wieder im Spiel waren und uns niemals aufgaben. Dass wir keine Chance auf Mehr hatten, lag natürlich auch an Straelen, die weiterhin zielgerichtet spielten und zu vielen Abschlüssen kamen.

Sinnbildlich für die verbesserte Leistung standen nun Karl Tetz, Sebastian Wienen und Fabian Eickels, die ihre schwache Leistung aus der ersten Hälfte vergessen machen wollten. Sebastian Wienen war nun in der Abwehr viel präsenter und bei Karl Tetz und Fabian Eickels lief es im Abschluss nun viel besser. Zudem steckten unsere Torhüter, Henrik Bürger und Lukas vor dem Esche, niemals auf und ergaben sich zu keinem Zeitpunkt dem Ergebnis. Auf einen Man of the Match verzichtet die Redaktion aufgrund der ersten Halbzeit dieses Mal. Das Gleiche gilt für Andis Goldstück.

karl

Die bofrost*Halle brachte uns so überhaupt kein Glück. Hier muss in der Rückrunde in der heimischen eismann*Halle definitiv eine Revanche her. Wie ein Blick des Schweinchen Schlaus auf die Tabelle zeigt, rücken die Mannschaften immer näher zusammen. Obacht ist also in den nächsten Spielen gegeben. So ist es wichtig, im Training an der fehlenden Abstimmung zu arbeiten und, wie in der zweiten Halbzeit, als Team zu agieren. Nächstes Wochenende ist dann der VT Kempen zu Gast. Tabellarisch ist dies ein Duell auf Augenhöhe. Also kommt alle rum und unterstützt uns auf der Jagd nach den nächsten zwei Punkten.

*Für Fans von Statistiken: Zwei mal 😀