Von Fabian Eickels  und Lukas vor dem Esche

Wie kann man über einen Abend schreiben, der alles bot, was man sich nur wünschen kann? Am besten gelingt dies wohl, wenn man die Ergebnisse chronologisch aufbereitet. Die Mannschaft selbst hatte sich etwas ganz Besonderes für die drei scheidenden Spieler, Yves Nolte, Tobias Kremer und Fabian Eickels, ausgedacht. So versammelte sich die gesamte Mannschaft  geschlossen vor den Zuschauern und rief die Spieler nach vorne. Bernd Schaffrath, der optische Vater von Rapper Nelly, hielt eine astreine Ansprache, die uns nochmal einen gehörigen Schub für das anstehende Spiel gab. Für die Ansprache und die Geschenke bedanken sich die Voluntärinvaliden ganz herzlich bei der Mannschaft. Manch einer sprach da schon von Bruderliebe, oder Stanislav Meschkorudni?

Das Spiel war dann von Anfang an hart umkämpft. Lank wollte den fünften Tabellenplatz nicht mehr abgeben. Wir hingegen hatten, bei richtiger Konstellation der anderen Spiele, noch die Chance auf den vierten Tabellenplatz. Lank hatte mehr von der Anfangsphase und ging mit 2:4 in Führung. Aber hier zeigte sich schon ein Faktor, der im weiteren Verlauf des Spiels entscheidend werden sollte. Wir kämpften um jeden Ball, warfen uns wiederholt zu Boden und zeigten einfach einen großen Kampf. Daraus resultierte dann auch der Führungswechsel auf 6:4. Das Spiel ging in die gewünschte Richtung und wir zeigten Lank, frei nach der deutschen Poetin Bianca Heincke, „how it is“. Beim 10:7 hatte wir dann die Chance die Fronten endgültig zu klären, agierten aber zu fahrig und verloren viele unnötige Bälle. Lank schlug in Person des Timo Werner Verschnitts auf der Mitte zurück und erzielte kurz vor Schluss der ersten Hälfte das 10:10. So ging es dann auch zum Pausenbier.

Norbert Borgmann hatte zur Pause aber keine Panik, dass wir das Spiel nicht gewinnen würden. Dafür spielten einige von uns noch nicht bei 100%. Besonders Yves Nolte wollte vorne noch mehr Akzente setzen. Hinten hingegen lief vieles richtig. Wir spielten hart aber fair. Das Philipp Schaffrath die linke gegnerische Seite im Griff hatte ist schon Alltag. Dass aber auch die rechte Angriffsseite des Gegners meist in Schach gehalten werden konnte, sorgte irgendwo in diesem Reichsbürgertum für Tränen bei Xavier Naidoo. Wichtig war hier auch, dass wir, wie auch der sehr faire Gegner aus Lank, noch keine 2-Minuten-Strafe bekommen hatten. Mit dem Härtelevel lagen beide Mannschaften demnach richtig.

Die zweite Halbzeit begann dann mit einem Yves Nolte „on fire“. Das kurzzeitig fehlende spielerische Element der Mannschaft glich er mit seinen unnachahmlichen Angriffsaktionen aus. Letztlich hielten uns seine Aktionen im Spiel und brachten uns nach einem 14:15-Rückstand wieder auf 18:17 in Front. Die folgenden Minuten gehörten dann Ben Hellmich. Der gerade erst eingewechselte Linksaußen nahm bei seinen ersten beiden Ballkontakten all seinen Mut zusammen und war maßgeblich am 4:0-Lauf zum 22:17 beteiligt. Parallel zu uns in der ersten Hälfte zeigte nun auch Lank Schwächen in der Ballverarbeitung produzierte viele leichte Ballverluste. Dies freute besonders Fabian Eickels, der drei der letzten vier Tore erzielte. Dass man dafür auch mal vorne stehen bleiben kann entschuldigt ja wohl das Alter.

Letztlich hatten wir scheinbar die besseren Kraftreserven und einen Torhüter der wie im Wahn Ball um Ball hielt. Der Sieg war zwar am Ende mit 27:19 sehr deutlich, untergräbt aber ein bisschen die Leistung Lanks, die über 45 Minuten ein Unentschieden halten konnten. Norbert Borgmann war hochzufrieden, war aber Minuten nach dem Spiel von nur einer Frage getrieben. Wie kann man sieben Tage zuvor so einen uninspirierten Müll spielen und dann schon am nächsten Samstag eine Top-Leistung abliefern? Jeder Rurtaler kennt  die Antwort auf diese Frage, denn ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss. Dass es mit diesem Hopser am Ende sogar für Platz Vier in der Tabelle reicht, ist wahrlich eine Sensation. Quasi „12 Points go to … Rurtal“. Darauf können wir mächtig stolz sein, wissen aber auch, dass die nächste Saison wieder ganz anders laufen kann.

Es gab viele Spieler, die gestern einen starken Eindruck hinterließen. Karl Tetz und Andreas Heppner fanden wieder zur alten Form. Fabian Eickels hatte sich seine beste Saisonleistung für den letzten Spieltag aufgespart. Über all diesen stand am Ende der 64%-Mann Henrik Bürger, der die Gegner zur Verzweiflung trieb. Bestes Beispiel hierfür war seine Dreifachparade in der spielentscheidenden Phase. Da verzeiht man dem Man of the Match glatt sein Mädchengeschrei in der letzten Auszeit. Andis Goldstück gebührte natürlich dem hochbejährten Yves Nolte. Einen etwas zu hochgeratenen Pass tippte er über den heranstürmenden Gegner, fing den Ball dann im Sprung und schloss sehenswert ab.

Im Zuge dessen, dass die Saison jetzt vorbei ist, bedankt sich die Mannschaft bei all denen, die unseren Erfolg in der Saison überhaupt möglich gemacht haben. Danke an die Fans, die immer ordentlich Stimmung gemacht haben. Danke auch an die Bierverkäufer und Abkassierer Dominic Farin und Tolga Karaman. Weiterhin waren Stefan Wienen und Bernd Schaffrath in ihre Tätigkeiten als Zeitnehmer immer eine große. Auch bei „Uli“ aus der Pilsstube möchten wir uns bedanken. Sie nahm uns immer auf, ob Sieg oder Niederlage. Als Letztes gebührt aber dem Trainerpaar Norbert und Birgit Borgmann der größte Respekt. Die ganze Saison über haben sie uns bei Laune gehalten und immer ein super Training auf die Beine gestellt. Und klar muss man am Ende sagen: „Ja, Nobbi, du hattest ja Recht!“ Hiermit beziehen wir uns auf sein Saisonziel (Platz 3 – 8)

Am Ende heißt es dann auch für mich als Schreiberling Abschied zu nehmen. Denn mit dem Ende der aktiven Karriere schließt sich auch das Kapitel der Berichteschreiberei. Es war immer wichtig zu wissen, dass die Mannschaft mir da blind vertraute und immer ausuferndes Feedback gab. Auch Lukas vor dem Esche und davor Joachim Bagusche waren ganz entscheidend dafür, dass wir jede Woche einen Bericht abliefern konnten. Ich hoffe, dass ihr immer viel Spaß mit meinen Berichten hattet und dass jemand diese zeitintensive Bürde im nächsten Jahr auf sich nimmt.

Wir als Mannschaft bedanken uns rechtherzlich bei dir Fabian, denn auch hier gibt es keinen 2. der solch ein Talent in gleicher Weise ausfüllen kann, wie du!