Von Fabian Eickels und Lukas vor dem Esche

Vielerorts schallte es schon aus den Dächern, dass das gestrige Spiel „total bedeutungslos“ sei und es doch „um nichts mehr“ ginge. Nicht so in der internen Mannschaftsbesprechung. Wir wollten unser Saisonziel (Platz 3 bis 8) vorzeitig erreichen und konnten dies mit einem Sieg gegen den HSV Rheydt eintüten. Die Motivation war also trotz auslaufender Saison enorm hoch. Auch personell konnten wir aus dem Vollen schöpfen. Durch sein gutes Training hatte es auch Sebastian Wienen in die Startformation gebracht. Hinten sollte Andreas Heppner, wie schon gegen St. Tönis, die Lücke schließen, die Yves Nolte durch seinen Rücktritt hinterlassen hatte.

Dass Rheydt eine Mannschaft aus Augenhöhe ist, bekamen wir von Beginn an zu spüren. Zu große Lücken boten Rheydt immer wieder die Chance durchzubrechen. Die Folge war ein 2:4, welches uns aber nicht aus der Ruhe bringen sollte. Über einen kleinen Turbosprint, den Karl Tetz gefühlt im Alleingang anzog, gingen wir mit 7:5 in Führung. Da hatte jemand wohl einen roten Pilz auf der Platte gefunden.

Sofort zog Rheydt die Notbremse und nahm das erste Time-Out. Diese Chance nutzte Norbert Borgmann und stellte unsere Abwehr um. Er hatte wohl gesehen, wie die Lücken zu stopfen waren. Und tatsächlich funktionierte seine neue Defensivtaktik sofort. Wir agierten viel aggressiver und klauten Rheydt einige Bälle. Auch Henrik Bürger war nun an seinem „Game“ angekommen. Letztlich zogen wir von 10:9 auf 15:9 davon und gingen euphorisiert in die Pause.

Das Pausenbier schmeckte demnach vorzüglich. Jedoch hob Norbert Borgmann, wie hätte es anders sein können, den mahnenden Zeigefinger. „Wenn wir eins können, dann eine hohe Führung innerhalb von fünf Minuten verspielen“. Recht hatte er, denn jeder Einzelne hätte genug Beispiele dafür anführen können. Es hieß also, dass Spiel schnell zu entscheiden und Rheydt die nächsten Minuten weit genug auf Abstand zu halten. Dass wir die geforderte Konstanz genauso umsetzten, so resümierte Norbert  Borgmann in seiner Ansprache nach dem Spiel, war die große Stärke und das entscheidende Moment an diesem Abend.

So ließen wir in der zweiten Halbzeit nicht einen Zweifel aufkommen, wer dieses Spiel gewinnen würde. Angeführt von Stanislav Meschkorudni und Karl Tetz zogen wir auf 22:14 davon und sorgten für große Zufriedenheit beim Trainer. Dieser regte sich zwar bei jedem schlecht gespielten Pass immer noch so auf, wie als hätte man ihm seinen Minitraktor geklaut. Jedoch wusste er sich auch zu verbeugen, wenn ein Risikopass doch mal den Weg zum Mitspieler fand. Wie ein Kleinkind also.

Letztendlich konnte Rheydt nicht zu ihren Stärken finden. Dass sie uns an einem guten Tag schlagen können steht außer Frage. Gestern jedoch, fuhren wir einen verdienten 31:25-Sieg ein und nutzten die Möglichkeit diesen angemessen zu begießen. Dass es dann noch mit Ben Hellmich ein Geburtstagskind gab, hob die Stimmung auf ein ganz neues Level.

Neben der zuvor genannten Konstanz war es bemerkenswert, dass viele Spieler heute eine gute Form zeigten. Auf der rechten Seite boten Philipp Schaffrath und Fabian Eickels eine überzeugende Leistung. Zudem  waren es unsere Torhüter, Henrik Bürger und auch Lukas vor dem Esche, die eine super Leistung im Tor zeigten. Außerdem zeigte Stanislav Meschkorudni großartige Teamplayerfertigkeiten. Die von ihm aufgerissenen Lücken wusste unser Man of the Match, Karl Tetz,  in großartiger Weise zu nutzen. Gerade in der ersten Hälfte schaltete unser Metal Mario einen Gang höher als alle anderen. Aus brenzligen Situationen wusste er immer einen Ausweg und war mit seinen neun Toren der Topscorer. Für das optische Highlight in Form von Andis Goldstück sorgte Stanislav Meschkorudni, der einen Abpraller noch im Sprung mit einem überraschenden Heber abschloss und die Halle zum Toben brachte.

Als Sieger ist es immer recht einfach gute Worte über den Schiedsrichter zu verlieren. Aber auch im gemeinsamen Austausch mit dem Gegner wurde deutlich, dass Günter Knippert eine astreine Leistung zeigte. Gerade wenn man bedenkt, dass er das Spiel alleine leitete, ist ihm dies umso höher anzurechnen.

Zwei Spiele gilt es für uns noch zu bestreiten. Unser Ziel sollte es sein, beide Spiele zu gewinnen, um noch auf Platz 5 oder sogar Platz 4 zu springen. Die erste Aufgabe wartet am nächsten Samstag auf uns. Hier wartet dann der Rheydter SV auf uns. Nach dem Sieg gegen St. Tönis ist Rheydt sicherlich euphorisiert und nicht zu unterschätzen. Anpfiff ist um 19 Uhr in der Realschulstraße 10 in Mönchengladbach.